Frauenklinik im Klinikum Ludwigshafen setzt neue Verfahren ein

19.05.2011


Das roboterunterstützte OP-System „da Vinci“ wird im Klinikum Ludwigsha-fen seit kurzem auch bei gynäkologisch-onkologische Operationen sowie bei urogynäkologischen Senkungskorrekturen eingesetzt. Dieses Verfahren gehört zu einer Reihe von Neuerungen, die in der Frauenklinik des Klini-kums zum Einsatz kommen. In einem Pressegespräch am 19. Mai 2011 stellten Geschäftsführer Dr. Joachim Stumpp und Prof. Dr. Wolfgang Wei-kel, Direktor der Frauenklinik, das erweitertes Diagnostik- und Behand-lungsspektrum vor.

Seit über zwei Jahren wird das neue OP-System „da Vinci“ bei Prostata-krebs-Operationen im Klinikum genutzt. „Diese roboterunterstützte Techno-logie garantiert eine vergrößerte 3-D-Sicht und ermöglicht bei den Operati-onen eine bisher nicht gekannte Präzision. Wir erreichen damit hervorra-gende Ergebnisse unter maximaler Schonung der Patientinnen“, beschreibt der Chefarzt der Frauenklinik die Vorzüge. Von diesem speziellen endo-skopischen OP-Verfahren abgesehen, habe sich die Endoskopie bzw. La-paroskopie in den vergangenen Jahren insgesamt weiterentwickelt. Immer mehr Eingriffe werden auch in der Frauenklinik mit kleinen Schnitten be-werkstelligt. So gehören endoskopische Gebärmutterentfernungen mittler-weile zum Standard und werden auch im Klinikum angeboten. Die Sen-kungskorrekturen werden zunehmend endoskopisch angeboten. „Hier sind wir dabei, das Verfahren der Sacropexie (Aufhängung der Vagina oder der Zervix präsakral mittels Netzinterponat) auf endoskopischem Wege zu etab-lieren“, kündigte Professor Weikel an. Geplant sei, künftig endoskopische Lymphknotenentfernungen (Lymphonodektomien) und damit auch Tumor-Operationen ohne große Schnitte durchführen zu können.

Neu im Einsatz ist ein weiteres minimal-invasives Verfahren, die Duktosko-pie. Hierbei handelt es sich um die Spiegelung der Milchgänge der Brust zur Abklärung bei Sekretbildung außerhalb der Stillphase. Durch Verwen-dung sehr feiner Endoskope (ab 0,5 mm) können in Narkose gezielt einzel-ne Milchgänge gespiegelt und sogar biopsiert oder markiert werden. Das Verfahren komplettiert das Angebot der Frauenklinik in der Mammadiagnos-tik. Patientinnen können sich mit einer Überweisung ihres Frauenarztes in der Brustsprechstunde, Telefon 503-3264, anmelden.

Außerdem hat die Klinik inzwischen eine Dysplasiesprechstunde für Patien-tinnen mit auffälligen Veränderungen an Gebärmutterhals oder äußerem Genitale eingerichtet. Durch Verwendung der Kolposkopie und weiterer Techniken können solche Patientinnen gezielt untersucht, beraten und be-handelt werden. Die Kolposkopie, eine Vorsorgeuntersuchung mit einem speziellen Mikroskop, dient der Früherkennung des Gebärmutterhalskreb-ses und seiner Vorstufen. Veränderungen am Muttermund und an der Ge-bärmutterhals-Schleimhaut lassen sich auf diesem Weg zuverlässig fest-stellen. „Wir streben die Zertifizierung als gynäkologisches Krebszentrum an. Die Dysplasiesprechstunde ist ein Baustein auf dem Weg dorthin“, so der Chefarzt.

Frauen mit auffälligem PAP-Abstrich können sich mit einer Überweisung von ihrem Frauenarzt zur Displasiesprechstunde im Klinikum Ludwigshafen unter der Rufnummer 0621 / 503-3269 anmelden.

nig