Professionalisierung eines Berufstandes: Rhein-Neckar Kongress der Pflege tagte in Ludwigshafen

18.10.2012


Mehr als 700 Teilnehmer trafen sich am Montag und Dienstag dieser Woche in Ludwigshafen um im Rahmen des 6. Rhein-Neckar Kongresses der Pflege aktuelle Herausforderungen des Berufsstandes zu beleuchten und eine mögliche Zukunftsperspektive zu skizzieren. Das Klinikum Ludwigshafen lud gemeinsam mit den beiden Kooperationspartnern Städtisches Klinikum Karlsruhe und Universitätsmedizin Mannheim ein, um im kollegialen Austausch das Spannungsfeld zwischen ökonomischen Anforderungen und Patientenerwartungen kritisch zu diskutieren.
 
Dr. Eva Lohse, Oberbürgermeisterin der Stadt Ludwigshafen, würdigte in ihren Begrüßungsworten die tägliche Leistung der Pflegekräfte und betonte deren gesellschaftliche Relevanz in Anbetracht des bevorstehenden demographischen Wandels. Gemeinsam suchten die Anwesenden in Impulsvorträgen nach Lösungsansätzen, um die Patientenzufriedenheit auch in Zeiten steigender ökonomischer Zwänge aufrechterhalten zu können. Einig waren sich die Fachkräfte in der Notwendigkeit, das Berufsbild der Pflege in der Öffentlichkeit differenzierter darzustellen und die Professionalisierung des Berufstandes weiter voranzutreiben, um weiterhin qualifizierte, junge Leute für den Beruf motivieren zu können. Aus diesem Grund wird der Gewinnung qualifizierten Nachwuchses und der Bindung motivierter Mitarbeiter an das eigene Haus an den Kliniken besondere Beachtung geschenkt. Umfassende Aus-/Fort- und Weiterbildungsprogramme sollen die Mitarbeiter dazu befähigen, in einem starken therapeutischen Team arbeiten zu können und somit die Zufriedenheit der Patienten zu sichern, so Alexandra Gräfin von Rex, stellvertretende Pflegedirektorin am Klinikum Ludwigshafen. Bei einer kontinuierlich ansteigenden Zahl stationärer Patienten bei gleichzeitiger Leistungsverdichtung für das vorhandene Personal ergeben sich daraus Spannungsfelder, die es durch unternehmerische Entscheidungen abzumildern gilt. Josef Hug, Pflegedirektor des Städtischen Klinikums Karlsruhe, sieht in der Restrukturierung vorherrschender Abläufe in den Kliniken zukünftig noch Spielraum um eine höhere Leistungseffizienz zu erzielen. Neben der Qualifizierung der Mitarbeiter komme vor allen Dingen der Klinikorganisation eine wesentliche Rolle zu, die es in den nächsten Jahren in Anbetracht der gegebenen wirtschaftlichen Situation zu optimieren gelte, so Hug. Dieser Meinung konnte auch Hagen Kern, Pflegedirektor am Universitätsklinikum Mannheim, beipflichten und bescheinigte seinem Haus ein kontinuierliches Bestreben, zukunftsorientierte Rahmenbedingungen für die Pflege zu schaffen.
 
Dass sich Qualität in der Patientenversorgung und Wirtschaftlichkeit nicht ausschließen müssen sondern vielmehr gegenseitig bedingen, verdeutlichte Dr. Joachim Stumpp, Geschäftsführer am Klinikum Ludwigshafen. Denn nur wenn die Qualität in der pflegerischen Leistung stimme, sei der Patient gut versorgt und zufrieden und würde durch Weiterempfehlungen dafür sorgen, dass die Patientenzahlen an einem Krankenhaus zu halten seien oder steigen und somit schlussendlich wieder zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit beitragen.
 
  Der 7. Rhein-Neckar Kongress der Pflege wird im Oktober 2013 in Karlsruhe stattfinden.