Infektionsambulanz am Klinikum feiert 20-jähriges Bestehen

13.11.2014


Bereits seit 20 Jahren steht das Team der Infektionsambulanz am Klinikum Ludwigshafen Patientinnen und Patienten zur Seite, die sich mit HIV infiziert haben oder bereits an AIDS erkrankt sind. Dr. Bernd Claus ist von Anfang an Teil dieses Teams und hat somit den medizinischen und gesellschaftlichen Wandel im Umgang mit der Infektionskrankheit miterlebt.
 
„Obwohl ein HIV positiver Befund heute nicht mehr automatisch ein Todesurteil bedeutet, wie es noch in den 80er Jahren der Fall war, als die Krankheit erstmals beobachtet wurde, hat die Diagnose nach wie vor bedeutende Konsequenzen für die Betroffenen“, so Dr. Claus. Umso alarmierender ist es, dass die Infektionsraten in den vergangenen Jahren wieder ansteigen. Dies lässt sich dem Mediziner zufolge unter anderem auch auf die verbesserte Arzneimitteltherapie zurückführen, die AIDS möglicherweise etwas weniger bedrohlich erscheinen lässt. Zahlen des Robert Koch Instituts (RKI) belegen eine Zunahme von HIV-Neudiagnosen in Deutschland von 2012 auf 2013 um rund 10 %.
 
Umso wichtiger ist es, dass die Bemühungen zu einer umfassenden Präventions- und Aufklärungsarbeit nicht abreißen. Dieses Credo hat sich auch Mike Ludwig zu Herzen genommen, der sich seit über zehn Jahren ehrenamtlich bei der AIDS Hilfe Ludwigshafen engagiert. Am wichtigsten ist seiner Ansicht nach die Hilfe zur Selbsthilfe, weil die Mehrzahl der Menschen, bei denen HIV diagnostiziert wird, zunächst nicht mehr weiter wissen. Nicht nur die körperlichen Beschwerden machen den Betroffenen zu schaffen, sondern häufig auch die Ausgrenzung durch das soziale Umfeld oder finanzielle Not. Viele Patientinnen und Patienten scheuen sich aus Angst vor den Reaktionen der Familie, Freunden oder Kollegen davor, offen mit ihrer Erkrankung umzugehen. Aus diesem Grunde sei es sehr wichtig, für die Betroffenen da zu sein und sie auf dem Weg zurück in ein geregeltes Leben zu begleiten, berichtet Mike Ludwig.
 
Die Infektionsambulanz am Klinikum ist seit ihren Anfängen vor 20 Jahren zu einem wichtigen Teil des Ludwigshafener Netzwerks geworden, das Infizierte nach der Diagnose unterstützen soll. Das aus sechs Ärzten und vier Pflegekräften bestehende Team betreut die HIV-Patienten medizinisch durch Check-Ups, die alle drei bis vier Monate die Stärke des Immunsystems und die Wirkung der Medikamente bestimmen lassen. Zusätzlich ist einmal im Jahr eine größere Untersuchung mit Ultraschall und EKG nötig. Auch bei Begleiterkrankungen wie z.B. Lungenentzündungen oder Pilzinfektionen ist die Infektionsambulanz meist die erste Anlaufstelle für die Erkrankten.
Interessierte, die mehr zu dem Thema erfahren möchten, sind herzlich zum 14. Treffen des HIV-/Infektions-Netzwerks Rheinland-Pfalz/Saar/Gießen eingeladen, das am 26.11.2014 von 17:00 bis 20:00 Uhr im Stadtratssaal im Rathaus der Stadt Ludwigshafen stattfindet. Im Rahmen eines abwechslungsreichen Vortragsprogramms werden Informationen zu verschiedenen Facetten der Infektion vermittelt.