Wenn das Essen nicht mehr schmeckt: Klinikum Ludwigshafen gibt Tipps zur Vorbeugung von Mangelernährung bei Tumorpatienten

08.06.2016


Übelkeit, Appetitlosigkeit und ein gestörter Stoffwechsel: Die Diagnose Krebs ist für Betroffene meist ein Schock, der buchstäblich auf den Magen schlägt. Doch was tun, wenn das Essen als Belastung empfunden wird? Am 14. Juni 2016, 15:30 bis 17:30 Uhr, geben Ärzte, Ernährungstherapeuten, Ökotrophologinnen und Diätassistenten in der Mitarbeiter-Cafeteria im Klinikum Ludwigshafen (Bremserstraße 79, Haus A, Erdgeschoss) nützliche Strategien für eine optimale Ernährung und Freude beim Essen. Der Eintritt ist frei.

Im Zentrum der Veranstaltung stehen neben Fachvorträgen auch praxisnahe und im Alltag brauchbare Tipps und Tricks, um den drohenden Gewichtsverlust während einer Krebstherapie aufzuhalten oder zu vermeiden. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei kreativen Rezeptideen für Trink- und Sondennahrung. Die Küche des Klinikums wird außerdem ihr neues Projekt Smoothfood vorstellen, bei dem es um pürierte Speisen für Patienten mit Schluckstörungen im Rachenraum geht. Eine Verkostung direkt vor Ort ist möglich.

„In einer primär überernährten Gesellschaft wie Deutschland wird im klinischen Alltag dem Ernährungszustand von Tumorpatienten häufig erst bei erheblichem Gewichtsverlust die notwendige Aufmerksamkeit geschenkt“, sagt Dr. Denise Herzog, Assistenzärztin der Chirurgischen Klinik A im Klinikum Ludwigshafen. „Mangelernährte Patienten haben im Vergleich mit nicht mangelernährten Patienten eine deutlich schlechtere Prognose. Im klinischen Alltag äußert sich dies oft durch Wundheilungsstörungen, verschlechterte Therapieverträglichkeit und mit längeren und häufigeren Krankenhausaufenthalten.

Aus diesem Grund hat sich das Klinikum Ludwigshafen diesem Thema nun verstärkt angenommen. So wird in der Krebstherapie bei jeder stationären Aufnahme ein spezieller Fragebogen ausgefüllt, um dadurch Risikopatienten frühzeitig zu lokalisieren. Wird erkannt, dass ein Patient mangelernährt ist, wird er den beiden, seit Hebst 2015 im Klinikum tätigen Ökotrophologen (Ernährungstherapeuten) vorgestellt.

Gemeinsam gegen den Gewichtsverlust

Eine erfolgreiche Ernährungstherapie hängt aber nicht nur von der wichtigen, interdisziplinären Zusammenarbeit der Diätassistenten, Ökotrophologen und Ärzten ab. Der Patient selbst spielt dabei auch eine große Rolle. So wird gemeinsam erörtert, wie die bisherige Ernährung durch kleine Veränderungen optimiert werden kann, um einen weiterer Gewichtsverlust aufzuhalten. Ein Beispiel: Wenn der Patient statt einem Baguette mit Salami ein Croissant mit Salami isst, kann er bei gleichem Nahrungsvolumen deutlich mehr Kalorien zu sich nehmen.

"Der Ernährungsstatus ist häufig die einzige Stellschraube, die der Patient im Kampf gegen den Krebs aktiv beeinflussen kann. Ihm diese Möglichkeiten aufzuzeigen, ist ein großer Bestandteil unserer Arbeit. Und dafür sind uns unsere Patienten dankbar", erklärt Aileen Schad, Ökotrophologin im Klinikum.