Wegweisende Studie unter Ludwigshafener Führung veröffentlicht

10.11.2017


Ein Herzinfarkt mit kardiogenem Schock ist trotz des erheblichen medizinischen Fortschrittes der letzten Jahrzehnte immer noch eine akut lebensbedrohliche Situation für Betroffene. Die Überlebenschance zu verbessern, das ist das Ziel einer Studie, deren Ergebnisse jüngst weltweit Beachtung erfährt. Prof. Dr. Uwe Zeymer, leitender Oberarzt der Kardiologie am Klinikum Ludwigshafen, hat mit seinem Kollegen, Prof. Dr. Holger Thiele, Direktor der Inneren Medizin/Kardiologie am Herzzentrum Leipzig, die Studie konzipiert und zeichnet als Senior-Autor für die Aufarbeitung der Daten verantwortlich. Die organisatorische Betreuung dieser internationalen Studie wurde durch das Institut für Herzinfarktforschung Ludwigshafen vorgenommen.

Bei einem kardiogenen Schock wird die Leistung des Herzens –meist aufgrund eines Herzinfarktes- so massiv eingeschränkt, dass das Herz die notwendige Pumpleistung nicht mehr erbringen kann. Folgen sind multiple Organversagen aufgrund einer Unterversorgung sowie in vielen Fällen der Tod des Patienten. Immer noch stirbt rund die Hälfte aller Betroffenen innerhalb der ersten 30 Tage. Die Studie ging der Frage nach, ob es bei einem Verschluss oder einer Verengung mehrerer Hauptgefäße ausreicht, nur das betroffene Infarktgefäß zu eröffnen oder ob möglichst unverzüglich das Infarktgefäß plus alle weiteren hochgradig verengten Herzkranzgefäße mittels Ballon und Einlegen eines Stents erweitert werden sollten. Ziel der Interventionen soll die schnellstmögliche Wiederherstellung der Durchblutung des Herzmuskels sein um die Pumpleistung des Herzens wieder herzustellen.

Die Anforderungen an Studien mit Patienten im kardiogenem Schock sind wegen der Ein- und Ausschlusskriterien hoch; um aussagekräftige Erkenntnisse gewinnen zu können bedarf es jedoch einer repräsentativen Fallgruppe. Die Anzahl von mehr als 700 in die Studie eingeschleusten Patienten konnte durch die Zusammenarbeit mit zahlreichen weiteren Partnerkliniken entstehen. Neben mehr als 50 Zentren in Deutschland, beteiligten sich renommierte Einrichtungen unter anderem aus der Schweiz, Österreich, Großbritannien, Polen und den Niederlanden an dem Projekt. Es ist somit die weltweit größte Studie zum kardiogenen Schock. Die Studienergebnisse sind von großer Bedeutung für die Behandlungsstandards und werden die Leitlinien zur Behandlung der Erkrankung maßgeblich beeinflussen.

Die Bedeutung der Studie spiegelt die jüngste Veröffentlichung im New England Journal of Medicine wieder. Es handelt sich dabei um das hochrangigste Journal der klinischen Medizin und genießt uneingeschränkt den Ruf die wichtigsten Forschungserkenntnisse zu publizieren. Der Ludwigshafener Oberarzt Uwe Zeymer ist bereits zum 5. Mal mit einem Beitrag in der hochrangigen Publikation vertreten.

„Klinische Spitzenleistungen setzten klinische Spitzenforschung voraus. Am Ende ist unser aller Interesse die deutliche Verbesserung der Überlebensprognose dieser sehr schwer erkrankten Patienten“, so Uwe Zeymer zu seiner Motivation. Und auch der Geschäftsführer des Klinikum, Hans-Friedrich Günther sieht in der Beachtung der Studie eine weitere Bestätigung für die Leistungsfähigkeit des Herzzentrums am Klinikum Ludwigshafen: „Dass unsere Mediziner international anerkannte Spezialisten ihres Faches sind und maßgeblich den Forschungserfolg einer ganzen Disziplin mit bestimmen, erfüllt mich mit Stolz aber vor allem mit großer Freude für unsere Patientinnen und Patienten“.

ZU: Prof. Dr. Uwe Zeymer,
Uwe Zeymer (Jahrgang 1958) ist seit 2002 am Klinikum Ludwigshafen tätig, seit 2007 als leitender Oberarzt der Medizinischen Klinik B (Direktor Prof. Dr. Ralf Zahn), wo er in erster Linie die Herzkatheterlabore und Klinische Studien verantwortet. Als ausgewiesener Experte im Bereich der Interventionellen Kardiologie und der akuten Herzerkrankungen ist er mit mehr als 400 Autoren- bzw. Co-Autorenschaften zum Thema Kardiovaskuläre Erkrankungen seit Jahrzehnten äußerst aktiv an der fachlichen Weiterentwicklung der Herzmedizin beteiligt. Uwe Zeymer ist akutell stellvertretender Direktor des Instituts für Herzinfarktforschung Ludwigshafen.

Zu: New England Journal of Medicine
Die seit Anfang des 19. Jahrhunderts in den USA erscheinende Zeitschrift ist weltweit das angesehenste Fachmagazin zur medizinischen Forschung. Neueste Erkenntnisse von herausragender Bedeutung werden in dem wöchentlichen Journal publiziert. Im Laufe seiner Historie wurden immer wieder bahnbrechende medizinische Fortschritte dort erstmalig den Fachkreisen vorgestellt.