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Unsere Leistungen

Der Begriff Stroke Unit beschreibt spezialisierte Schlaganfallstationen, auf denen Patienten mit einem akuten Schlaganfall mit hohem personellem und technischen Aufwand durch ein multiprofessionelles Team aus Ärzten, geschultem Pflegepersonal und Therapeuten behandelt werden. Wichtige Ziele der Behandlung auf dieser Station sind die schnellstmögliche Einleitung der Akuttherapie und die Vermeidung und ggf. Behandlung möglicher Komplikationen sowie eine individuell abgestimmte frühzeitige Rehabilitation. Dadurch verbessern sich nicht nur die Überlebenschancen, auch das Ausmaß von Folgeschäden lässt sich oft verringern.

In der am 24.08.2010 nach dem neuen Verfahren der Deutschen Schlaganfallgesellschaft, Deutschen Schlaganfallhilfe und der LGA InterCert GmbH zertifizierten überregionalen Stroke Unit der Neurologischen Klinik steht unseren Patientinnen und Patienten mit einem akuten Schlaganfall rund um die Uhr ein kompetentes und engagiertes Behandlungsteam zur Verfügung. Die seit 1998 bestehende und mittlerweile auf 14 Betten erweiterte Stroke Unit der Neurologischen Klinik verfügt über alle erforderlichen Möglichkeiten der apparativen Überwachung von Blutdruck, Herzschlag (EKG), Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung im Blut, Körpertemperatur und Blutzucker. Sowohl die Versorgung durch das ärztliche Team aus Neurologen, Internisten und Neuroradiologen als auch alle erforderlichen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen von der Computertomographie (CCT) und Ultraschalldiagnostik über die Magnetresonanztomographie (MRT) bis hin zur Angiographie inklusive der Thrombektomie und systemischen und lokalen Thrombolyse (gerinnselauflösende Behandlung) sind rund um die Uhr vorhanden. Die Behandlung der Patienten auf der Stroke Unit erfolgt nach hausinternen Standards orientiert an den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und den Empfehlungen der ESO (Europäische Schlaganfall Gesellschaft). Verlegungen auf die medizinisch-neurologische Intensivstation im Hause sind im Bedarfsfall möglich. Es besteht eine enge Kooperation mit der Chirurgischen Klinik B, die gefäßchirurgische Eingriffe ermöglicht, und eine Zusammenarbeit mit den Neurochirurgischen Kliniken in Mannheim und Heidelberg.

Nach der Aufnahme bleiben Schlaganfallpatienten während der Akutphase, die meist etwa ein bis fünf Tage dauert, auf der Stroke Unit. Unmittelbar nach der Therapie kann die Frührehabilitation beginnen. Dafür sind speziell geschulte und extern weitergebildete Krankengymnasten, Logopäden und Ergotherapeuten vor Ort. Im Anschluss an die Behandlung auf der Stroke Unit erfolgt eine Verlegung auf eine für die Weiterbehandlung geeignete Station, d.h. gegebenenfalls auch direkt in eine Rehabilitationsklinik unter Mithilfe der Sozialarbeiter der Klinik, die organisatorische Hilfe bei der Weiterversorgung der Patienten und Beratung der Angehörigen leisten.

Unser Leistungsspektrum auf einen Blick:

  • Schnelle Diagnostik und unmittelbare Therapie beim akuten Schlaganfall im spezialisiertem Kompetenzzentrum
  • Möglichkeit der notfallmäßigen Thrombolyse (Gerinnselauflösende Behandlung) bei ausgewählten Schlaganfallpatienten einschließlich katheterbasierter Verfahren
  • ständige Verfügbarkeit von diagnostischen Möglichkeiten wie Computertomographie, Magnetresonanztomographie, Angiographie, Ultraschalluntersuchung der hirnversorgenden Gefäße sowie Echokardiographie, Labor, EKG
  • 14 Behandlungsplätze mit kontinuierlicher Überwachung von Blutdruck, Herzschlag, Atemfrequenz und Sauerstoffkonzentration im Blut
  • intensive Betreuung durch ein multidisziplinäres Team aus Ärzten, Pflegepersonal, Krankengymnasten, Ergotherapeuten, Logopäden und Sozialarbeitern
  • spezielle neurologische Ultraschall-Diagnostik zerebrovaskulärer Erkrankungen

Qualitätsindikator

Fälle
Abteilung

Ergebnis
Abteilung

Fälle
Gesamt

Ergebnis
Gesamt

Referenz-
bereich

QI 02: Rehabilitation - Physiotherapie

658

95,14%

6.479

94,68%

>= 90,0%

QI 03: Rehabilitation - Logopädie

541

93,90%

4.869

93,04%

>= 90,0%

QI 06: Sekundärprophylaxe -
Antiagulation bei Vorhofflimmern

242

94,21%

2.157

91,84%

>= 80,0%

QI 09: Frühzeitige Gefäßdiagnostik

1.328

94,13%

14.011

93,84%

>= 80,0%

QI 10a: Todesfälle bei Patienten mit Hirninfarkt

959

1,30

8.907

1

n. def.

QI 10b: Todesfälle bei Patienten mit Hirninfarkt (excl. Patienten mit palliativer Zielsetzung)

888

0,77

8.091

1

n. def

QI 11: Pneumonie bei Patienten mit Hirninfarkt

1.017

1,01

9.709

1

n. def.

QI 12: Screening für Schluckstörungen

970

84,43%

9.443

90,59%

>= 80,0%

QI 13: Erste Bildgebung

427

81,73%

3.885

80,36%

>= 60,0%

QI 14a: Thrombolyse

126

61,11%

1.135

66,26%

n. def

QI 14b: Thrombolyse

390

41,03%

3.482

40,61%

n. def.

QI 16: Door-to-needle-time

198

76,77%

1.513

72,17%

>= 80,0%

QI 17: Karotisrevaskularisierung bei symptomatischer Karotisstenose

35

68,57%

319

65,83%

>= 60,0%

QI 18a: Sterblichkeit nach Rekanalisation

220

9,09%

1.803

7,15%

n. def.

QI 18b: Sterblichkeit nach Rekanalisation ohne Patienten mit palliativer Therapiezielsetzung

184

0,54%

1.463

1,57%

n. def.

QI 19: Entlassungsziel Rehabilitation von Patient(inn)en mit alltagsrelevanten Behinderungen

441

75,28%

4.480

69,11%

>= 60,0%

QI 21: Sekundärprävention – Statin-Gabe

1.323

83,45%

13.019

86,18%

>= 70,0%

QI 22: VHF-Diagnostik

1.108

89,71%

11.430

91,57%

>= 80,0%

QI 23: Intraarterielle Therapie

56

46,43%

511

54,79%

n. def.

QI 25: Door-to-puncture-time

45

31,11%

362

51,38%

n. def.

QI 26: Frühzeitige Verlegung zur intraarterielle Therapie

15

40,00%

163

29,45%

n. def.

QI 27: Erreichen des Rekanalisationsziels

45

82,22%

360

86,39%

n. def.

Ansprechpartner: Chefarzt Prof. Dr. Armin Grau, Oberärztin Dr. Sabine Gass
Telefon: 0621 / 503-4235 (Stroke Unit)
E-Mail: gasss(at)klilu.de

Allgemeines
Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, von der in Deutschland mehr als 200.000 Menschen betroffen sind. Durch eine fehlgeleitete Reaktion des köpereigenen Abwehrsystems auf die eigenen Nervenzellen in Gehirn und Rückenmark wird die Hülle, die die Nervenbahnen schützt die sogenannte Myelinscheide, angegriffen und am Ende zerstört. Die Ursache dieser autoimmunen Reaktion ist bisher nicht bekannt. Da die Nervenschädigungen in verschiedenen Bereichen des Gehirns und Rückenmarks auftreten können, sind die Symptome der MS vielseitig: Sehstörungen, Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühl, Doppelbilder, Schwindel, Blasenstörungen, Koordinationsstörungen – um nur die wichtigsten zu nennen. Multiple Sklerose wird daher auch die Krankheit der 1.000 Gesichter genannt.
Auch wenn MS bisher nicht heilbar ist, gibt es inzwischen Medikamente, mit denen die Erkrankungsaktivität und der Krankheitsverlauf abgemildert werden können.

Diagnostik
Der Verdacht auf eine MS stützt sich insbesondere auf die Patientenbefragung (Hinweise für bereits früher stattgehabte neurologische Ereignisse mit Schubcharakter) und die Objektivierung klinisch neurologischer Ausfälle in der körperlichen Untersuchung, die eine zentralnervöse Störung anzeigen. Insbesondere für eine frühe Diagnosestellung ist die sogenannte Magnetresonanztomographie (MRT), die Schichtbilder des Gehirns und des Rückenmarks liefert, unerlässlich. Außerdem können mit dem MRT andere Diagnosen, die ähnliche Symptome verursachen, ausgeschlossen werden. Die MS-Diagnostik wird abgerundet durch eine laborchemische Untersuchung der Rückenmarksflüssigkeit (Liquor). Zusätzlich sind elektrophysiologische Untersuchungen, die sogenannten evozierten Potentiale, hilfreich. Mit diesen gezielt ausgelösten Reizungen von Sinnesorganen oder Nerven können Schäden in den Nervenbahnen von Gehirn und Rückenmark nachgewiesen werden. Um andere Erkrankungen sicher auszuschließen bzw. von Multipler Sklerose eindeutig abzugrenzen, werden Blutuntersuchungen vorgenommen. Nach neuesten, international anerkannten Kriterien kann die Diagnose einer MS nunmehr ggf. bereits nach einem ersten Krankheitsschub gestellt werden. Die frühe Diagnosestellung ist auch für die rechtzeitige Einleitung einer Therapie von Bedeutung. In gleichem Maße gewinnt die sichere differenzialdiagnostische Abgrenzung gegenüber ähnlichen Krankheitsbildern zunehmend an Bedeutung.
An unserer Klinik besitzen wir alle Möglichkeiten, um mit den oben genannten Verfahren eine Multiple Sklerose zu diagnostizieren oder aber auch auszuschließen.

Therapie
In der Therapie des akuten MS-Schubs sind hochdosierte Cortisonpräparate als Pulstherapie das Mittel der ersten Wahl. Als therapeutischer Standard gilt die intravenöse Hochdosistherapie von 1000mg/Tag über drei bis fünf Tage. Bleiben nach der ersten intravenösen Pulstherapie beeinträchtigende Symptome zurück, kann eine Eskalation der Schubtherapie mit erneuter hochdosierter Therapie (2000 mg/Tag intravenös über drei bis fünf Tage) notwendig sein.
Bei anhaltendem behinderndem neurologischem Defizit in der standardisierten neurologischen Untersuchung zwei Wochen nach Beendigung der zweiten intravenösen Cortison-Pulstherapie oder bei besonders schweren Schüben muss ggf. ein Blutwäsche-Verfahren, wie die Plasmapherese bzw. Immunadsorption erwogen werden.
Für die mild bis moderat verlaufende Multiple Sklerose stehen eine Vielzahl von Therapieoptionen in Spritzenform oder als Tablette zur Verfügung. Diese Therapien werden auch als Basistherapie bezeichnet und müssen nicht im Krankenhaus durchgeführt werden. Bei einer aktiv bzw. hochaktiv verlaufenden Erkrankung werden hingegen Immuntherapien u.a. mit Fingolimod, Natalizumab oder Alemtuzumab, aber auch immunsuppressive Therapien, beispielsweise mit dem Chemotherapeutikum Mitoxantron, und andere Immuntherapien durchgeführt, die ggf. unter stationären Bedingungen verabreicht werden müssen. Bei Entzündungsherden im Rückenmark bessert eine Therapie mit Triamcinolonacetonid (einem Depot-Kortison-Präparat, das ins Nervenwasser gegeben wird) oft Spastik, Blasenstörungen und das Gehen. Bei fokaler Spastik behandeln wir zusätzlich lokal mit Botulinumtoxin. Gerade bei der Multiplen Sklerose ist eine ganzheitliche Behandlung wichtig, bei der Krankengymnastik, Ergotherapie und Sprachtherapie abgestimmt auf den einzelnen Patienten notwendig sein können.

Alle oben genannten therapeutischen Verfahren können wir unseren Patienten anbieten.

Was ist die Parkinson-Krankheit?
Die Parkinson-Krankheit ist nach der Alzheimer Erkrankung die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung, etwa 250.000 Menschen in Deutschland sind betroffen. Die Diagnose wird anhand der drei Kardinalsymptome klinisch gestellt:

  • Muskelstarre (Rigor)
  • Zittern (Tremor)
  • Bewegungsarmut und Verlangsamung (Akinese/Bradykinese).

Nicht alle drei Kriterien müssen erfüllt sein um die Diagnose zu stellen. Vielmehr gibt es noch einige weitere Beschwerden, sog. nicht-motorische Symptome:

  • Depression,
  • Inkontinenz,
  • Verdauungs-, Kreislaufstörungen,
  • kognitive Einschränkung

Erste Auffälligkeiten sind häufig ein kleinschrittiges Gangbild, allgemeine Verlangsamung, Verlust der Mimik, depressive Verstimmung mit Interessenlosigkeit.

Die Ursache der Erkrankung ist ein Mangel am Botenstoff Dopamin im Gehirn. Die Auslöser der zum Untergang dieser dopaminergen Nervenzellen führt, ist nicht bekannt. Neben genetischen Faktoren werden vor allem Umwelteinflüsse diskutiert.

Diagnostik:
Die Parkinson-Krankheit kann allein durch die neurologische Untersuchung und die Anamnese des Patienten und deren Angehörigen gestellt werden. Trotzdem empfiehlt es sich, einige technische Untersuchungen zu ergänzen um Differentialdiagnosen auszuschließen. Hierunter fallen seltene atypische Parkinson-Syndrome (Multisystematrophie, progressive supranukleäre Blickparese), seltene Stoffwechselerkrankung (Morbus Wilson) und der Normaldruckhydrozephalus. Zwingend notwendig ist immer eine Bildgebung des Kopfes (Computertomogramm oder Kernspintomographie).

Therapie:
Das grundlegende Ziel der Therapie der Parkinson-Erkrankung ist es, den Mangel an Dopamin im Gehirn auszugleichen. Hierzu stehen zahlreiche Präparate zur Verfügung. Das wirksamste Medikament ist Levodopa, eine industriell hergestellt Vorstufe von Dopamin. Alternativ kann ein sogenannter Dopaminagonist eingesetzt werden, der chemisch Dopamin ähnelt, jedoch schwächer wirksam ist. Es gibt noch weitere Medikamentengruppen die zusätzlich zu der bisher genannten Therapie gegeben werden können. Im langjährigen Verlauf der Erkrankung lässt die Wirksamkeit der Medikamente häufig nach und Nebenwirkungen nehmen zu. Für dieses fortgeschrittene Stadium der Erkrankung gibt es inzwischen alternative Therapiemöglichkeiten. Hierzu zählt die tiefe Hirnstimulation. Ein operatives Verfahren, bei dem kleine Elektroden im Mittelhirn platziert werden, durch deren Stimulation das Dopamindefizit teilweise kompensiert werden kann. Eine weitere Alternative bei fortgeschrittenem Parkinson-Syndrom sind die sogenannten Pumpentherapien. Hier werden Parkinson-Medikamente kontinuierlich über eine Darmsonde oder durch die Haut appliziert.

Behandlungsangebote am KLILU:

Stationäre Betreuung:
Eine stationäre Behandlung ist sinnvoll, wenn die Diagnose ambulant nicht eindeutig gesichert werden kann oder die Empfehlung besteht Differentialdiagnosen durch erweiterte Diagnostik auszuschließen. Bei gesicherter Parkinson-Krankheit oder atypischen Parkinson-Syndromen, bei denen die ambulante Einstellung schwierig ist oder ein Bedarf an intensiven symptomatischen Therapien (Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie) besteht, bieten wir die sog. Parkinson-Komplexbehandlung an. Diese dauert mindestens 14 Tage und beinhaltet täglich 1 ½ Stunden Therapie begleitet von bestmöglicher Anpassung der Medikation. Darüber hinaus steht Ihnen unsere Notaufnahme und die damit verbundene stationäre Aufnahme jederzeit bei Krisen und akuten Verschlechterungen, z. B. im Rahmen eines Infektes zur Verfügung.

Ambulante Betreuung:
Die Neurologische Klinik bietet im Rahmen der Spezialambulanz für Parkinson-Syndrome und andere Bewegungsstörungen ambulante Termine auf Überweisung des niedergelassenen Neurologen an. Die Ambulanz ersetzt nicht die Behandlung durch die niedergelassene Kollegin oder Kollegen, sondern dient der diagnostischen Einschätzung und Behandlungsempfehlung bei unklaren Bewegungsstörungen/Parkinson-Syndromen und zur Nachsorge und Beratung beim fortgeschrittenen idiopathischen Parkinsonsyndrom, die für alternative Verfahren (Pumpentherapie oder tiefe Hirnstimulation) in Frage kommen.

Hier wird die Leitfähigkeit des Sehnerven und der Sehbahn vom Auge bis zum Sehzentrum im Gehirn geprüft. Dabei schauen Sie auf eine Leinwand mit Schachbrettmustern, die rasch von weiß auch schwarz wechseln. Eine Elektrode am Hinterkopf leitet (schmerzlos) die durch den Schachbrettmuster-Reiz ausgelösten Potentiale ab.

Untersucht wird hier die Leitfähigkeit des Hörnerven und der Hörbahn vom Ohr bis zum Hörzentrum im Gehirn. Sie erhalten über Kopfhörer Hörreize, die über eine Elektrode am Kopf abgeleitet werden.

Untersucht wird die Leitfähigkeit der Nerven von der Peripherie (z.B. vom Handgelenk oder Fußknöchel) über das Rückenmark bis zur zentralen Verarbeitungsstelle im Gehirn. Die Nerven werden dabei mit nicht schmerzhaften leichten Stromstößen gereizt. Elektroden an verschiedenen Stellen im Verlauf der untersuchten Nervenbahn leiten die Reizantwort ab.

Untersucht wird die Leitfähigkeit der Nerven von der zentralen Verarbeitungsstelle im Gehirn über das Rückenmark zur Peripherie (Hände oder Füße). Hierbei wird am Kopf mit einer Magnetspule ein Impuls gesetzt und an den Armen oder Beinen erfasst.

Diese mit einer leichten elektrischen Reizung verbundene Untersuchung testet den Augenschlussreflex.

Hier wird die Leitfähigkeit eines peripheren Nervs z.B. am Arm oder Bein (also nicht die Nervenbahn von Gehirn und Rückenmark) mittels elektrischer Reizung untersucht.

Mit einer dünnen Nadelelektrode , die in den Muskel eingestochen wird, wird die Funktion der Muskeln untersucht. Es werden kleine Spannungsveränderungen in der Muskulatur abgeleitet, die nach elektronischer Verarbeitung sichtbar und hörbar gemacht werden können.

Bei einer Gesichtslähmung kann mit Hilfe dieser Untersuchung die Leitfähigkeit des erkrankten Gesichtsnerven (Nervus facialis) festgestellt werden. Auch hier ist die elektrische Reizung erforderlich.

Ebenso wie am Herzen die Herzströme im EKG abgeleitet werden, wird die elektrische Hirnrindenaktivität mit dem EEG abgeleitet. Mit einer Art ,,Haube“ von 20 Elektroden werden (schmerzlos) die elektrischen Spannungsschwankungen des Gehirns erfasst und nach elektrischer Verarbeitung gespeichert.

Die großen Blutgefäße, die das Gehirn von außen (Halsgefäße/Schlagadern) und innen (in der Schädelkapsel) versorgen, werden mit einer speziellen Ultraschallsonde untersucht. Das Gerät macht den Pulsschlag hörbar und zeichnet auch ein Diagramm mit der Flussgeschwindigkeit auf.

Ähnlich wie bei einem 24-Stunden-EKG werden sie allerdings nur für eine Nacht mit einem speziellen Gerät verkabelt. Dieses Mesam-Gerät registriert Schnarchgeräusche, Pulsschlag, Sauerstoffsättigung im Blut und die Lage des Körpers beim Schlafen. Aus den Aufzeichnungen, die am nächsten Morgen ausgewertet werden, kann man erkennen, ob nächtliche Atemstörungen (Schlafapnoe) vorliegen.

Wir führen die Untersuchung des Nervenwassers sehr häufig durch, da sie bei vielen Erkrankungen des Nervensystems wichtige Hinweise geben kann. Mit einer sehr feinen Nadel wird im Bereich der Lendenwirbelsäule bei Bedarf eine örtliche Betäubung gesetzt. Dann wird die Punktionsnadel vorgeschoben bis Nervenwasser (Liquor) langsam abtropft. Das Rückenmark kann nicht verletzt werden, ebenso wenig wie mit anderen schlimmen Folgen der Lumbalpunktion gerechnet werden muss. Nur wenige Patienten klagen anschließend über Kopfschmerzen und Schwindel beim Aufstehen.

Diese Untersuchung wird auf einem speziellen Kipptisch – einer beweglichen Liege – durchgeführt. An diesem Tisch wird der Patient mit Gurten gesichert und nach einiger Zeit in waagrechter Position in eine aufrechte Haltung für 20 bis 30 Minuten gebracht. Während der gesamten Untersuchung werden die Atmung und der Blutdruck gemessen. Mit dieser Untersuchung wird die Reaktion des autonomen Nervensystems getestet.

Durch leichte Stromstöße werden Schwankungen des elektrischen Potentials an der Haut ausgelöst, die durch auf die Haut aufgeklebte Elektroden aufgezeichnet werden. Auch hier wird das autonome Nervensystem untersucht.

Auch verschiedene Erkrankungen aus den gynäkologischen, urologischen und chirurgischen Fachgebieten sind durch Störungen des Nervensystems mitverursacht. So können Blasenfunktionsstörungen, Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion) und Stuhlinkontinenz Folgen einer gestörten Nerven- oder Muskelfunktion sein.

Ziel der neurologischen Beckenbodendiagnostik ist die Erfassung geschädigter Nerven- und Muskelfunktionen als Grundlage der oben genannten Störungen im Hinblick auf die weitere Behandlungsplanung.

Hierzu stehen in unserer Klinik mehrere sich ergänzende Untersuchungsmethoden zur Verfügung:
Neben der Nadel-Elektromyographie des Musculus sphinkter ani externus (äußerer Schließmuskel) leiten wir den sogenannten Bulbocavernosus-Reflex und das Pudendus-SEP ab, um Rückschlüsse über die Funktion des somatischen Nervensystems und die zugehörige Beckenbodenmuskulatur zu erhalten.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, mit verschiedenen Methoden das autonome nicht dem Willen unterliegende Nervensystem zu messen, welches neben dem somatischen Nervensystem ebenfalls wichtige Blasen-, Darm- und Sexualfunktionen steuert.

Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Fachgebieten der Chirurgischen Klinik A, der Gynäkologie, der Urologie und dem Institut für Physikalische und Rehabilitative Medizin unseres Hauses gewährleistet nach eingehender neurologischer Abklärung eine gezieltere Therapie von Blasenfunktionsstörungen, erektiler Dysfunktion und Stuhlinkontinenz.

Die derzeitige Zuweisung erfolgt bei stationären Patienten über die Klinik für Urologie, Gynäkologie oder Chirurgische Klinik A. Die Klinik für Neurologie arbeitet im Kontinenz- und Beckenboden-Zentrum des Klinikums mit.

Die ambulante Überweisung durch niedergelassene Neurologen ist im Rahmen der EMG-Ambulanz möglich.

Ansprechpartner: N.N.
Telefon: 0621 503-4226

Neuromuskuläre Erkrankungen umfassen die Erkrankungen des Muskels (der Muskelzelle), der Signalübertragung von der Nervenenden auf die Muskel (neuromuskuläre Übertragungsstörung), der peripheren Nerven (Neuropathien) und der motorischen Nervenzellen im Rückenmark und des Gehirns (Motoneuronerkrankungen).

Bei den neuromuskulären Erkrankungen handelt es sich um eine sehr heterogene Erkrankungsgruppe, die sehr häufige Erkrankungen, wie die Polyneuropathien, z. B. im Rahmen eines Diabetes oder bei übermäßigem Alkoholkonsum und sehr seltene Erkrankungen des Muskels (z. B. Myotonien) oder der neuromuskulären Übertragung (z. B. Myasthenia gravis) beinhaltet. Insgesamt sind derzeit über 650 verschiedene neuromuskuläre Erkrankungen bekannt. Die Krankheitsverläufe können sehr unterschiedlich sein, leicht und wenig beeinträchtigend oder sehr schwerwiegend wie z. B. bei der amyotrophen Lateralsklerose. In überwiegendem Maße sind es chronische Erkrankungen, die eine kompetente neurologische Betreuung benötigen. Unsere Klinik bietet das ganze Spektrum der notwendigen Diagnostik und Therapie für diese Erkrankungen an. Manche Diagnostik (z.B. Neurografie und Elektromyografie) kann ambulant im Rahmen der Spezialambulanz für Neuromuskuläre Erkrankungen erfolgen. Erweiterte Diagnostik (z.B. Nervenwasserpunktion oder Muskelbiopsie), sowie weitere Labortests führen wir stationär durch. Durch die Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen, insbesondere der Kardiologie und der Pulmologie kann auch eine Beteiligung anderer Organe abgeklärt und behandelt werden. Insbesondere Erkrankungen der Muskeln (Myopathien) haben häufig eine erbliche Ursache. Wir veranlassen genetische Testungen oder geben Empfehlungen an die niedergelassenen Kollegen. Die Therapie ist individuell und richtet sich nach der zugrundeliegenden Erkrankung und oft auch nach dem jeweiligen Erkrankungsstadium.

Die Deutsche Gesellschaft für Muskelerkrankte (DGM) gibt ausführliche Information über unterschiedliche neuromuskuläre Erkrankungen und Kontaktdaten zu zahlreichen Selbsthilfe-Gruppen auf ihrer Homepage (http://www.dgm.org). In Zusammenarbeit mit der DGM sind wir Teil des Neuromuskulären Zentrums Rhein-Neckar.

Neurologische Erkrankungen können mit Beeinträchtigungen der geistigen Leistungsfähigkeit einhergehen. Dabei handelt es sich beispielsweise um Störungen der Aufmerksamkeit, der Merkfähigkeit, des Denkens und der Sprache.

In der Neurologischen Klinik besteht die Möglichkeit, diese Einschränkungen mittels spezifischer neuropsychologischer Verfahren festzustellen. Dieses Vorgehen, bestehend aus einer Befragung unserer Patientinnen und Patienten und der Bearbeitung einer Reihe verschiedener Testaufgaben, dient zunächst der Statusbestimmung der aktuellen Leistungsfähigkeit. Die ermittelten Ergebnisse unterstützen ferner differenzialdiagnostische Entscheidungen. Außerdem liefern die Resultate neuropsychologischer Untersuchungen Anhaltspunkte für die Vorbereitung therapeutischer und rehabilitativer Maßnahmen. Im Rahmen von Verlaufsuntersuchungen werden zudem Veränderungen des geistigen Leistungsniveaus dokumentiert. Verlaufsbeobachtungen geben nicht zuletzt Auskunft über die Wirksamkeit einer Behandlung.

Der Therapiererfolg von demenziellen Erkrankungen hängt wesentlich von einem frühzeitigen Beginn einer entsprechenden Intervention ab. Die Früherkennung von Demenzen steht neben der Beobachtung von Krankheitsverläufen im Mittelpunkt unserer demenzspezifischen Angebote und ist Aufgabe der neuropsychologischen Diagnostik.

  • Kurs „Demenzen“: Den Kursteilnehmerinnen und -teilnehmern werden grundlegende Kenntnisse über demenzielle Krankheitsbilder vermittelt. Die Häufigkeiten verschiedener Formen demenzieller Erkrankungen und ihre Symptomatik, das diagnostische Vorgehen sowie Möglichkeiten der Behandlung und Versorgung werden vorgestellt.
  • Beratung: In Einzelgesprächen erfolgt zunächst eine Aufklärung von Patienten und ihren Angehörigen und Bezugspersonen über die vorliegende demenzielle Erkrankung. Darüber hinaus werden Informationen über ambulante, teilstationäre und stationäre medizinische und psychosoziale Versorgungsmöglichkeiten gegeben, die auf die jeweils individuelle Lebenssituation eines Patienten abgestimmt sind.
  • Gruppe für Angehörige und Bezugspersonen demenziell erkrankter Menschen: Ziele der Gruppensitzungen sind das Erlernen eines angemessenen Umgangs mit demenziell erkrankten Menschen wie auch das Erfahren von Entlastung über den Austausch und die gegenseitige Unterstützung in der Gruppe.

Ansprechpartnerin: Dipl.-Psych. Martina Schnitzler
Terminvereinbarung: 0621 / 503-4246
E-Mail: schnitzm(at)klilu.de

Auf der interdisziplinären medizinischen Intensivstation werden in Kooperation zwischen internistischen und neurologischen Intensivmedizinern Patienten mit dem gesamten Spektrum an intensivpflichtigen neurologischen Erkrankungen, z. B. schwere Schlaganfälle und Hirnblutungen, behandelt.

Die Möglichkeit der Überwachung hirndruckgefährdeter Patienten durch invasives Neuromonitoring mittels Hirndrucksonden oder externen Liquordrainagen steht genauso zur Verfügung wie ein nichtinvasives elektrophysiologisches Neuromonitoring zur Überwachung von Patienten z. B. mit schwer beherrschbaren epileptischen Anfällen.

In neuroradiologischer-neurologisch-intensivmedizinischer Kooperation werden regelmäßig intraarterielle Gefäßrekanalisationen als akute Schlaganfallbehandlungen durchgeführt. Somit kann eine Behandlung von Patienten erfolgen, bei denen die Standardschlaganfalltherapie erfolglos blieb.

Durch die interdisziplinäre Stationsführung ist eine optimale Patientenversorgung gewährleistet. Ein kompetentes interdisziplinäres ärztliches und pflegerisches Behandlungsteam steht rund um die Uhr zur Verfügung.