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Diagnosen

In unserem Departement für Thoraxchirurgie behandeln wir folgende Krankheitsbilder:

Das Lungenkarzinom ist eine bösartige Erkrankung der Lunge. Hauptrisikofaktor ist das Zigarettenrauchen. Therapie und Prognose der Erkrankung sind abhängig von der zugrundeliegenden Zellart sowie von dem bei Erstdiagnose festgestellten Tumorstadium. Die chirurgische Entfernung des Tumors spielt insbesondere bei der häufigeren Unterform des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) eine entscheidende Rolle, oft in Kombination mit weiteren Therapieformen (medikamentöse Tumortherapien oder Bestrahlung). Im frühen Stadium erfolgt die operative Therapie gewebeschonend minimal-invasiv im Rahmen einer sogenannten Videothorakoskopie (VATS). Auch bei lokal fortgeschritteneren Stadien ist oft eine komplette Entfernung des Tumors durch sogenannte erweiterte Verfahren möglich.

Mit dem Ziel, die Erkrankung möglichst oft in einem gut behandelbaren Stadium mit entsprechend guter Prognose zu erkennen, wird es ab 2026 ein Screeningangebot für definierte Risikopatienten geben. Das Screening wird in Kooperation mit niedergelassenen sowie in unserem Klinikum ansässigen Radiologen mittels Computertomografie mit niedriger Strahlendosis erfolgen. Bei Interesse sowie bei Fragen zum Vorgehen können Sie sich gerne an uns wenden.

Bei Lungenmetastasen handelt es sich um Absiedelungen („Tochtergeschwulste“) bösartiger Tumorerkrankungen in der Lunge, deren Ursprung in einem anderen Organ liegt. In Abhängigkeit von der Anzahl, der Größe und Lage der Metastasen sowie der onkologischen Gesamtsituation der Grunderkrankung kann eine operative Entfernung aller Lungenherde im Rahmen eines sogenannten kurativen („Ziel der Heilung“) Therapieansatzes in Betracht gezogen werden. Hierfür kommen je nach Befundkonstellation minimal-invasive wie auch offene Verfahren zum Einsatz. Ist die Lunge auf beiden Seiten betroffen, sind zwei getrennte Eingriffe erforderlich.

Unklare Lungenrundherde fallen oft im Rahmen der Abklärung unklarer Lungenbeschwerden oder zufällig im Rahmen von Untersuchungen, die aus anderen Gründen, wie zum Beispiel Infekt, Trauma oder Erkrankungen des Herzens, veranlasst werden, auf. Lungenrundherde sind sehr oft gutartiger, beispielsweise entzündlicher Genese, können jedoch im Einzelfall auch den Verdacht auf eine Tumorerkrankung, konkret auf ein primäres Lungenkarzinom oder auch Lungenmetastasen eines anderen Tumorleidens, begründen. Daher ist es wichtig, in jedem Einzelfall abzuwägen, ob eine weitere Abklärung in die Wege geleitet werden muss, oder ob eine Verlaufskontrolle zunächst ausreicht. Entscheidende Kriterien hierbei sind das radiologische Aussehen des Herdes, die Größe, eventuelle Größenzunahme im Verlauf sowie das individuelle Risikoprofil des Patienten. Vor allem bei langjährigem Nikotingebrauch sowie einer bekannten Tumorerkrankung in der Vorgeschichte sollte eine bösartige Genese eines Lungenrundherdes sicher ausgeschlossen werden. Hierfür ist eine Gewebeprobe erforderlich, die je nach Lage und Größe des Herdes über Bronchienspiegelung, CT-gesteuerte Probepunktion von außen oder im Einzelfall auch operativ über eine diagnostische Brustkorbspiegelung (VATS) gewonnen werden kann.

Im Fachbereich Thoraxchirurgie werden auch zahlreiche gutartige Erkrankungen behandelt, die dennoch eine diagnostische oder therapeutische Operation benötigen. Diese können entzündlicher Ursache sein wie beispielsweise das Pleuraempyem. Sehr oft stellen sich auch unklare Lungenrundherde nach der operativen Klärung als gutartig heraus. Am häufigsten kommen das überwiegend aus Knorpel bestehende Hamartochondrom sowie entzündliche oder narbige Herde nach abgelaufener Entzündung vor.

Flüssigkeitsansammlungen in der Brusthöhle, sogenannte Pleuraergüsse, kommen aus den unterschiedlichsten Gründen häufig vor. Die Ergüsse führen durch Kompression des benachbarten Lungengewebes oft zu Luftnot, weshalb zum Teil wiederholte Ergusspunktionen erforderlich werden. Stehen die Ergüsse ursächlich im Zusammenhang mit einer medikamentös behandelbaren Grunderkrankung des Herzens, der Leber oder des Stoffwechsels, wird nur im Ausnahmefall eine operative Maßnahme erforderlich. Wiederkehrende Pleuraergüsse, die im Rahmen einer bösartigen Grunderkrankung auftreten, können bei noch gut ausdehnungsfähiger Lunge im Rahmen einer Brustkorbspiegelung (VATS), bei der durch Einbringen eines Puders (Talkum) eine Verklebung der Lungenoberfläche mit der Brustwand ausgelöst wird, erfolgreich langfristig zum Stillstand gebracht werden. Bei einem selten vorkommenden Versagen dieser sogenannten Pleurodese oder im Falle einer bereits nicht mehr gut ausdehnungsfähigen Lunge kann alternativ ein kleiner Katheter (PleurX) in die Brusthöhle eingebracht werden, der bei Bedarf auch mehrere Wochen bis Monate liegen bleiben und über den die regelmäßige Ergussentlastung durch den Patienten selbst, durch Angehörige oder Pflegepersonal erfolgen kann, wodurch häufige Punktionen nicht länger benötigt werden.

Als Komplikation einer Infektion der Luftwege (Lungenentzündung, Bronchitis) oder einer Verletzung des Brustkorbs kann diese zur Mitreaktion des Rippenfells (Pleuritis) und zur Ausbildung eines entzündlichen Pleuraergusses führen. Die Maximalvariante hiervon stellt die eitrige Rippenfellentzündung, das sogenannte Pleuraempyem dar. Da Medikamente wie Antibiotika in größeren Körperhöhlen nicht gut zur Wirkung kommen, ist eine operative Entlastung in den meisten Fällen unvermeidbar. Je nach Ausmaß der Entzündung kann eine Drainage für einige Tage ausreichend sein. Sehr oft wird allerdings aufgrund der Ausbildung mehrerer entzündlicher Kammern die operative Ausräumung des Befundes erforderlich. In den meisten Fällen erfolgt diese minimal-invasiv über Brustkorbspiegelung (VATS). Nur selten, bei sehr schweren Befunden, ist eine größere Brustkorböffnung notwendig.

Der Pneumothorax bezeichnet ein teilweises oder komplettes Kollabieren eines Lungenflügels, das meistens ohne erkennbaren Anlass auftritt. Typische Symptome sind atemabhängige Brustschmerzen oder Luftnot.

Sind junge, ansonsten gesunde Menschen betroffen, handelt es sich um einen sogenannten Spontanpneumothorax. Im Gegensatz zum Spontanpneumothorax gibt es beim sogenannten sekundären Pneumothorax eine ursächliche Grunderkrankung, zum Beispiel das Lungenemphysem.

Die Erstversorgung besteht in beiden Fällen durch das Einbringen einer Drainage in die Brusthöhle, über die durch Anschließen eines Unterdrucks die Lunge wieder zur Ausdehnung gebracht wird. Gelingt dies nicht in ausreichenden Maße, weil eine bleibende Undichtigkeit der Lungenoberfläche dies verhindert, muss eine operative Abdichtung der Lungenoberfläche vorgenommen werden. Diese ist in den meisten Fällen minimal-invasiv über Brustkorbspiegelung (VATS) möglich.

Thymome sind selten vorkommende Tumore der Thymusdrüse. Die Palette der existierenden Unterformen reicht von komplett gutartigen Geschwulsten über viele Zwischenformen bis hin zum aggressiven malignen Thymuskarzinom. Entsprechend gibt es viele therapeutische Ansätze, wobei oft operative und nicht-operative Verfahren kombiniert werden. Die operative Entfernung der Geschwulste spielt eine zentrale Rolle. Je nach lokaler Größe und Ausdehnung kann diese minimal-invasiv oder über ein offenes Vorgehen erfolgen. Sind Nachbarstrukturen mit betroffen, wird dies in das operative Konzept einbezogen, um durch eine sogenannte erweiterte Resektion, zum Beispiel des Herzbeutels oder angrenzender Lungenabschnitte, dennoch lokale Tumorfreiheit zu erreichen.

Der sogenannte Mittelfellraum bezeichnet die Körperregion zwischen beiden Brusthälften, in dem das Herz, die großen Blutgefäße, die Speiseröhre und die Luftröhre liegen. Hier können sich unterschiedlichste gut- oder bösartige Tumorerkrankungen abspielen, die aus diagnostischen Gründen oder zur kompletten Tumorentfernung ein thoraxchirurgisches Vorgehen erfordern. Geht es um die diagnostische Gewebegewinnung aus dem Mittelfellraum, kann diese je nach Lokalisation des zu klärenden Tumors über einen kleinen Zugang über oder neben dem Brustbein oder über eine Brustkorbspiegelung von der Seite erfolgen. Wird die komplette Tumorentfernung geplant, kommen neben minimal-invasiven Verfahren oft offene Operationen über seitliche Brustkorböffnung (Thorakotomie) oder Längsdurchtrennung des Brustbeins (Sternotomie) zum Einsatz. Sind Nachbarstrukturen mit betroffen, wird dies in das operative Konzept einbezogen, um durch eine sogenannte erweiterte Resektion, zum Beispiel des Herzbeutels oder angrenzender Lungenabschnitte, dennoch lokale Tumorfreiheit zu erreichen.

Brustwandtumore können gut- oder bösartig sein, primär von der Brustwand ausgehen oder als Tochtergeschwulste in die Brustwand gestreut werden. Eine operative Entfernung betroffener Rippen und umgebender Muskulatur sowie Weichteilen ist abhängig von der lokalen Ausdehnung in den meisten Fällen möglich. Resultieren hierbei größere knöcherne Defekte, können diese plastisch gedeckt werden. Ob ein operatives Vorgehen sinnvoll ist, hängt ab von der zugrundeliegenden Tumorerkrankung. Oft werden medikamentöse Therapien mit der operativen Tumorentfernung oder einer Bestrahlung kombiniert, weshalb das Therapiekonzept von Thoraxchirurgen, Onkologen und Strahlentherapeuten gemeinsam festgelegt werden sollte.

Brustkorbverletzungen resultieren häufig durch Stürze oder Verkehrsunfälle und können je nach Unfallmechanismus isoliert oder in Kombination mit mehreren Begleitverletzungen auftreten. Die Reihenfolge der Versorgung der einzelnen Verletzungen richtet sich nach der Dringlichkeit. Eine akute Lungenverletzung oder aktive Blutung in der Brusthöhle können ein notfallmäßiges operatives Vorgehen erfordern. Meistens jedoch ist zur Erstversorgung die Einlage einer Drainage in die Brusthöhle ausreichend. Eine im Verlauf nach Trauma auftretende Blutansammlung in der Brusthöhle, der sogenannte Hämothorax, kann über eine Brustkorbspiegelung (VATS) minimal-invasiv ausgespült werden.

Rippenbrüche heilen oft ohne operatives Vorgehen. Bei starker Verschiebung der Rippenenden jedoch, die mit Instabilität oder der Gefahr des Einspießens einer Rippe ins Lungengewebe einhergehen kann, kann durch eine operative Stabilisierung der verschobenen Rippen (Osteosynthese) die Lungenverletzungsgefahr aufgehoben und der Heilungsverlauf insgesamt beschleunigt werden. Wir setzen hierfür ein spezielles Osteosyntheseystem von Plättchen und Schrauben ein, das im Körper verbleibt, was eine zweite Operation im Verlauf überflüssig macht.

Vermehrtes Schwitzen an Händen oder Achseln kann die Lebensqualität Betroffener erheblich beeinträchtigen. Die minimal-invasive Thoraxchirurgie bietet ein Verfahren an, bei dem über eine Brustkorbspiegelung der ursächliche Nervenstrang (sympathischer Grenzstrang) durchtrennt wird, was zur raschen und dauerhaften Symptomlinderung führt.

Myasthenia gravis ist eine Autoimmunerkrankung, die mit einer lokalisierten oder generalisierten Muskelschwäche einhergeht. Häufige Symptome sind belastungsabhängige Schwäche in Armen oder Beinen, hängende Augenlider, Seh- oder Sprechstörungen. Die Erkrankung wird immer medikamentös behandelt. Sofern die medikamentöse Therapie keine ausreichende Symptomkontrolle erreicht oder gleichzeitig ein Geschwulst der Thymusdrüse (Thymom) vorliegt, kann die operative Entfernung der kompletten Thymusdrüse eine deutliche Verbesserung bewirken. Die Operation kann in den meisten Fällen minimal-invasiv über Brustkorbspiegelung durchgeführt werden. Ob ein operatives Vorgehen sinnvoll ist, hängt ab von der individuellen Befundkonstellation und wird in der Regel gemeinsam von Thoraxchirurgen und Neurologen festgelegt.

Tracheatumore kommen selten vor, sind dann aber meist bösartig (Tracheakarzinome). Als Hauptrisikofaktor gilt das Zigarettenrauchen. Noch seltener kommen gutartige Geschwulste wie Fibrome oder Chondrome vor. Mögliche Symptome wie Husten oder Atemnot sind durch die mechanische Einengung des Lumens der Luftröhre bedingt. Bei größeren Befunden kann es auch zu Heiserkeit oder Blutabgang beim Husten kommen. Da die Befunde oft schon im früheren Stadium auftreten, kommt bei lokal begrenztem Tumorwachstum eine chirurgische Tumorentfernung in Betracht. Diese erfolgt in der Regel über einen Schnitt am Hals mittels sogenannter Tracheasegmentresektion mit anschließender direkter Naht der tumorfreien Ränder der Luftröhre, so dass die Atmung weiterhin funktionieren kann.

Tracheastenosen sind Verengungen der Luftröhre. Diese können ohne konkret benennbare Ursache (sogenannte idiopathische Stenosen) oder infolge einer mechanischen Irritation, häufig nach Intubationen oder längerfristiger maschineller Beatmung mit Luftröhrenschnitt (Tracheotomie), nach Verletzungen oder Einatmen eines Fremdkörpers auftreten. Selten kann auch eine Autoimmunerkrankung zugrunde liegen. Typischerweise entwickeln betroffene Patienten Luftnot, die mit einem deutlich hörbaren Stenosegeräusch beim Einatmen (sogenannter inspiratorischer Stridor) einhergeht. In den meisten Fällen finden sich eine kurzstreckige Stenose, die ähnlich wie beim Tumor der Luftröhre durch die Resektion des eingeengten Luftröhrensegmentes mit anschließender direkter Naht behoben werden kann.