Prof. Dr. Lars-Olof Hattenbach: "Mit modernster Technik und hochauflösender Bildgebung sorgen wir für ein perfektes Sehen."
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Ganz im Zeichen innovativer Implantattechnologien stand die traditionelle Fortbildungsveranstaltung der Augenklinik des Klinikums Ludwigshafen (KliLu) im Feierabendhaus der BASF. Unter dem Motto „Ophthalmo StartUp 2026 – Implantate & Co.“ informierten renommierte Expert*innen über aktuelle und bevorstehende Entwicklungen in der Netzhaut- und Glaukomchirurgie sowie über weitere zukunftsweisende Therapieansätze.
Gastgeber war auch in diesem Jahr Prof. Dr. Lars-Olof Hattenbach, Direktor der Augenklinik des KliLu. „Das Jahr 2026 wird im Zeichen implantierbarer Devices stehen – insbesondere für die Netzhautchirurgie. So erwarten wir mit Spannung die mögliche Zulassung eines Netzhautimplantats zur Behandlung der altersbedingten Makuladegeneration “, so Prof. Dr. Hattenbach.
Neues therapeutisches Zeitalter bei chronischen Netzhauterkrankungen
Auch im Bereich der intravitrealen operativen Medikamentengabe (IVOM) stehen bedeutende Neuerungen an. Mit erweiterten Indikationen, der Einführung von Biosimilars und der voraussichtlichen Zulassung des sogenannten Port Delivery Systems (PDS) zeichnet sich ein Wandel in der Therapie chronischer Netzhauterkrankungen ab.
Dr. Katharina Bermond (Ludwigshafen) stellte das PDS vor – eine nur reiskorngroße Kapsel, die Medikamente kontinuierlich ins Augeninnere abgibt. Entwickelt wurde das System insbesondere für die Behandlung der neovaskulären altersabhängigen Makuladegeneration (nAMD). Ziel ist es, die Behandlungslast für Patientinnen und Patienten deutlich zu reduzieren.
Glaukomchirurgie: Minimalinvasive Implantate gewinnen an Bedeutung
In der Glaukomtherapie sind minimalinvasive chirurgische Verfahren (MIGS) inzwischen fester Bestandteil der Behandlung. An der Augenklinik des Klinikums Ludwigshafen werden entsprechende Implantate seit über zehn Jahren erfolgreich eingesetzt.
Dr. Dimitrios Karachalios beleuchtete die Entscheidungsprozesse zwi-schen konservativer Therapie und chirurgischem Eingriff.
Der Leitende Oberarzt der Augenklinik, Salaheddin El Mourad, M.D., F.E.B.O., ging der Fragestellung nach, ob MIGS allein oder in Kombination mit einer Kataraktoperation sinnvoller sei. Gerade bei Engwinkelglaukomen kann die Kataraktoperation den Augeninnendruck senken und künftige Winkelblock-Episoden verhindern. In vielen Fällen sei sie daher ein sinnvoller erster Schritt vor dem Einsatz minimalinvasiver Implantate.
Prof. Dr. Esther Hoffmann (Mainz) sowie Prof. Dr. Alireza Mirshahi (Bonn) diskutierten moderne Glaukom-Drainage-Implantate. Konsens des Expertengremiums: Mikroimplantate können eine klassische Trabekulektomie um mehrere Jahre hinauszögern.
Auch regenerative Verfahren im Fokus
Einen weiteren Schwerpunkt bildeten regenerative Verfahren. Prof. Dr. Siegfried Priglinger (München) berichtete über den Einsatz autologer Thrombozytenpatches bei großen Makulalöchern. Durch die Anwendung plättchenreichen Plasmas (PRP) werden körpereigene Wachstumsfaktoren aktiviert, die Heilungsprozesse unterstützen.
Prof. Dr. Walter Sekundo (Marburg) stellte zudem die Lentikelimplantation der Hornhaut vor – ein innovatives Verfahren, bei dem im Rahmen einer früheren SMILE-Operation gewonnene Lentikel zur refraktiven Korrektur, etwa bei Weitsichtigkeit, transplantiert werden.
Auch die Sinnhaftigkeit sogenannter Sonderlinsen bei Makulaerkrankungen wurde kritisch diskutiert. Prof. Dr. Hanno Heimann (Liverpool/München/Ludwigshafen) verwies darauf, dass bewährte Standardlösungen häufig langfristig bessere Ergebnisse erzielen als der vorschnelle Einsatz neuester Technologien.
Klinikum Ludwigshafen intensiv in der klinischen Forschung engagiert
Neben der Patientenversorgung engagiert sich das Klinikum Ludwigshafen intensiv in der klinischen Forschung. Luise Fornoff, M.Sc., stellte aktuelle gentherapeutische und komplementbasierte Studien zur Behandlung der neovaskulären AMD und der geografischen Atrophie vor. Präsentiert wurde außerdem die pan-europäische TIGER-Studie zur operativen Therapie subretinaler Blutungen infolge einer nAMD.
Aktuell werden zudem Patientinnen und Patienten mit akutem Zentralarterienverschluss der Netzhaut für eine Studie gesucht. Voraussetzung ist ein einseitiger, schmerzloser Sehverlust, der maximal vier Stunden besteht. Untersucht wird eine frühzeitige Reperfusionstherapie mit intravenöser Alteplase zur Wiederherstellung der Sehkraft. Bei einem Ereignis bis zu zwölf Stunden kann eine Aufnahme in einen Beobachtungsarm der Studie erfolgen.
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